Pfarrkirche St. Marien Volkmarsen
Die Schüler des heiligen Bonifatius kündeten wohl zum ersten Mal im Twistetal von Christus. Aber es verging noch einige Zeit, ehe der Name Volkmarsen erwähnt werden sollte (1155). Die Ortschaften in seiner näheren Umgebung, die dann später aus verschiedenen Gründen untergingen, werden früher genannt. Darunter auch Wittmar, der frühere Pfarrort von Volkmarsen. Bereits 1233 wird Volkmarsen in einer Urkunde von Papst Gregor IX "Oppidum - Stadt" genannt, entstanden aus dem Hofgut des Klosters Corvey und den Zuzug aus den heute untergegangenen Dörfern Wittmar, Wetter, Mederich und Benvelde.
Nachdem zunächst eine kleine Kapelle bestand, die dem heiligen Laurentius geweiht war, machten sich die Bürger der Stadt nach 1261 daran, eine große Pfarrkirche zu erbauen, die der Größe und mehr noch dem Ansehen der Stadt entsprechen sollte. Es ist die erste Bürgerkirche im Bistum Fulda. Diese Kirche wird dann auch in einer päpstlichen Bulle Johannes XXII. Aus dem Jahre 1317 "Pfarrkirche" genannt, die dem Patronat des Augustinerinnen-Klosters in Arolsen unterstellt war.
Die der Gottesmutter Maria geweihte Pfarrkirche ist nicht in einem Guss erbaut. Zuerst wurde der untere Teil des Turmes, die Westmauern der beiden Seitenschiffe und die ganzen Umfassungsmauern bis in Fensterhöhe aufgebaut. Dann geriet der Bau ins Stocken und blieb lange Zeit liegen. Als er gegen Ende des 13. Jahrhunderts wieder aufgenommen wurde, war der uns unbekannte erste Baumeister weggezogen oder verstorben und ein anderer führte den Bau weiter. Hier nimmt man an, dass es sich um den Baumeister Johann Pardan aus Scherfede handelt, der auch die Altstädter Kirche in Warburg erbaute, die gewiss Ähnlichkeiten mit unserer Pfarrkirche aufzeigt. Ob Johann Pardan die Fertigstellung erlebte, ist fraglich.
"Hier ist das Haus Gottes und die Pforte des Himmels; Denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden."
Eine Kirche ist immer ein Ort, an dem der Glaube seinen stärksten Ausdruck findet. Dies geschieht aber nicht nur, wenn die Gemeinde zum Gottesdienst zusammenkommt, sondern der Kirchenraum selbst in seiner Gestaltung gibt ein beredtes Zeugnis für den Glauben ab.
Die Pfarrkirche St. Marien ist ca. 700 Jahre alt und in ihr spiegelt sich das Glaubenszeugnis der Menschen aus diesen sieben Jahrhunderten.
Auch wenn das Äußere der Kirche im frühgotischen Stil erscheint, nimmt das Programm der Inneneinrichtung Bezug auf die Frömmigkeitsformen aller Generationen, die am Werden dieses Gotteshauses mitgearbeitet und es mitgestaltet haben.
Kunstschätze hat die Kirche im Vergleich zu den Kirchen Süddeutschlands wenige: Der Wert der Kultgegenstände liegt im Glauben der Gemeinde selbst. Darum will dieser Einblick in unsere Kirche in erster Linie nicht ein Kunstführer sein. Er will vielmehr eine Möglichkeit schaffen, betend und betrachtend durch den Raum zu gehen.