Verabschiedung von Stadtpfarrer W. Johannes Kowal

Verabschiedung von Stadtpfarrer W. Johannes Kowal

Am Sonntag, 01. März 2026, wurde der langjährige Naumburger Stadtpfarrer W. Johannes Kowal mit einem feierlichen Hochamt in den wohlverdienten Ruhestand versetzt.

 

Johannes Kowal wuchs in Polen auf. Als er 13 war, konnte die Familie mit Glück das Land verlassen. Über Schweden ging es weiter nach Norwegen.

 

Kowal kehrte nach dem Schulabschluss zum Theologiestudium nach Polen zurück. 1977 wurde er zum Priester geweiht.

 

Nach seiner Priesterweihe  zog es ihn zurück nach Norwegen, wo er als Priester ein riesiges Gebiet zu betreuen hatte und für eine Taufe auch schon mal 300 Kilometer weit zu fahren hatte. Dort studierte er neben dem Amt als Priester auch noch Kunst, „weil ich vom lieben Gott die Begabung bekommen habe“.

 

In den 90er-Jahren lockte ihn Verwandtschaft nach Deutschland. Wie gut, dass der damalige Fuldaer Weihbischof Johannes Kapp auf ihn  aufmerksam geworden war. Von ihm bekam Kowal einen Anruf und die Mitteilung, man benötige einen Pfarrer in Melsungen.

 

Einige Monate später ging es für ihn weiter nach Heringen, wo er 13 Jahre als Pfarrer arbeitete, ehe aus Fulda der Wunsch kam, er möge in Naumburg die Stelle des Stadtpfarrers übernehmen.

 

„So bin ich dann nach Naumburg gekommen“, sagt Johannes Kowal, der ursprünglich davon ausging, dass er nach fünf bis sechs Jahren weiterziehen würde. Stattdessen wurden es 18 Jahre.

Jahre, in denen er sich nicht nur um die Menschen seiner Pfarrei zu kümmern hatte, sondern auch durch Projekte wie die Sanierung der Stadtpfarrkirche und der Weingartenkapelle gefordert wurde. Wie gut, dass er in seiner Gemeinde Menschen hatte, die ihn unterstützten und ihm Lasten jenseits der Seelsorge abnahmen.

Für seine Gemeinde schuf er Ersatz für die alten bronzenen Reliefs der sieben Fußfälle am Weingarten, die gestohlen worden waren. Da zahlte sich aus, dass Kowal mit Hammer und Schnitzeisen ebenso virtuos umgehen kann wie mit Farbe und Pinsel.

Und wie geht es nach dem 1. März weiter mit dem Ruheständler Johannes Kowal? Er bleibt erst mal weiter im Pfarrhaus wohnen. Und er habe bereits Vertretungstermine für den hauptamtlichen Pfarrer der neuen Pfarrei St. Heimerad, Martin Fischer, während dieser im Urlaub ist.

 

Auch wenn die Gesundheit in den vergangenen Jahren gelitten habe, will sich Johannes Kowal nicht aus dem Betrieb ausklinken. „Ich will mich nicht abkapseln, sondern, solange es geht, mit den Menschen zu tun haben.“

 

Mit der Verabschiedung von Stadtpfarrer Kowal endet in Naumburg eine Jahrhundert Jahre alte Epoche. Denn jeder Pfarrer, der nach Naumburg kam, erhielt automatisch lebenslang den Titel Stadtpfarrer. Diese Epoche ist ab jetzt leider zu Ende.

Das feierliche Hochamt zelebrierte Stadtpfarrer Geistlicher Rat W. Johannes Kowal Mitzelebranten waren Stadtpfarrer i.R. Ulrich Trzeciok, Pfarrer Martin Fischer und Diakon Alexander von Rüden.

 

Musikalisch begleitet wurde die Heilige Messe von der Stadtkapelle Naumburg, der Naumburger TonArt und an der Orgel Chistina Hütsch.

 

Gleichzeitig fand im Pater Bonifatius Dux  Haus ein Kindergottesdienst statt. Die anwesenden Kinder kamen nach der Kommunionausteilung in die Stadtpfarrkirche.

 

Anschließend lud die Gemeinde zu ein paar gemütlichen Stunden mit dem „neuen Pensionär“ in das Gemeindezentrum ein, wo der Bürgergesangverein 1862 Naumburg ein Ständchen dem Pensionär darbrachte.

 

Allen Mitwirkenden und Helfern ein herzliches Dankeschön!