Pilgerreise nach Südengland
Auf den Spuren des heiligen Bonifatius – Pilgerreise nach Südengland
Eine eindrucksvolle Pilgerreise in die Heimat des heiligen Bonifatius führte Ende April/Anfang Mai eine Reisegruppe aus unserer Pfarrei St. Heimerad unter der Leitung von Diakon Alexander von Rüden nach Südengland. Vom 28. April bis 4. Mai 2026 begaben sich die Teilnehmenden auf die Spuren unseres Bistumspatrons, des „Apostels der Deutschen“ und erlebten dabei nicht nur bedeutende historische Orte, sondern auch herzliche Begegnungen mit christlichen Gemeinden vor Ort. Begleitet wurde die Reise außerdem durch die engagierte Reiseführerin Anne Vogel, die den Teilnehmenden die Geschichte, die verschiedenen Sehenswürdigkeiten sowie Land und Leute des Vereinigten Königreichs mit großer Sachkenntnis und Herzlichkeit näherbrachte. Das außergewöhnlich schöne Frühlingswetter mit viel Sonnenschein bereicherte die Tage zusätzlich.
Nach dem Flug von Frankfurt nach London führte die erste Etappe über die traditionsreiche Stadt Bath mit ihren römischen Bädern und einer beeindruckenden Abteikirche nach Exeter, wo Bonifatius seine frühen Mönchsjahre verbrachte, nachdem er als Kind dem dortigen Kloster anvertraut worden war. Beim Rundgang durch die Stadt und beim Besuch der imposanten Kathedrale konnten die Reisenden tief in die Geschichte eintauchen.
Ein besonderer Höhepunkt war der Ausflug in die Kleinstadt Crediton, den Geburtsort des heiligen Bonifatius. Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto am dortigen Bonifatiusdenkmal nahm die Pilgergruppe an einem katholischen Gottesdienst im Nationalheiligtum des hl. Bonifatius teil, den Father Michael Wheaton mit der Ortsgemeinde und den Wallfahrern feierte. Anschließend bestand Zeit zur Begegnung mit den Gemeindemitgliedern bei Tee, Kaffee und Kuchen. Die überaus herzliche Gastfreundschaft und der persönliche Austausch hinterließen bei vielen einen bleibenden Eindruck.
Am nächsten Tag führte die weitere Reise entlang der Südküste zunächst in den malerischen Küstenort Lyme Regis, dann zu den Abbotsbury Gardens mit ihren subtropischen Pflanzen sowie nach Wimborne Minster, wo die heilige Lioba wirkte – eine Verwandte und Weggefährtin des heiligen Bonifatius. An den Folgetagen durften natürlich Besuche in den nahegelegenen Ortschaften von Winchester und Salisbury mitsamt ihren Kathedralen sowie am berühmten jungsteinzeitlichen Steinkreis von Stonehenge nicht fehlen. In der Hafenstadt Southampton, von wo aus im 17. Jahrhundert die Mayflower und 1912 die Titanic in See stach, konnte man sich vom harmonischen Zusammenspiel historischer Gebäude mit der modernen Architektur des 21. Jahrhunderts überzeugen.
Besonders bewegend war schließlich der Besuch in Nursling bei Southampton. Im dortigen Kloster empfing Bonifatius einst die Priesterweihe und wirkte als Mönch sowie später als Abt, bevor er zur Mission nach Deutschland aufbrach. Heute erinnert dort die anglikanische St.-Boniface-Kirche an sein Wirken. Die Begegnung mit der dortigen Gemeinde wurde für viele zu einem weiteren emotionalen Höhepunkt der Reise: Bei Tee und Gebäck in der benachbarten Pfarrei-Werkstatt kam es zu lebhaften Gesprächen und großer gegenseitiger Herzlichkeit. Als Zeichen der Verbundenheit hatten Gemeindemitglieder eigens für die deutschen Gäste kleine Schlüsselanhänger aus Holz angefertigt – mit einer Darstellung der Kirche und der Aufschrift: „Gott segne unsere deutschen Freunde – 3rd May 2026“. Außerdem überreichten sie der Pilgergruppe ein gerahmtes Bild ihrer Pfarrkirche.
Den Abschluss der Reise bildete die Metropole London. Während einer Stadtrundfahrt konnten zahlreiche Sehenswürdigkeiten der britischen Hauptstadt erlebt werden. Der gemeinsame Besuch des feierlichen Evensongs in der St. Paul’s Cathedral bewegte nicht zuletzt durch den eindrücklichen Gesang von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen des Kathedralchores in solch einem imposanten Kirchenraum. Bei der Fortsetzung der Stadtrundfahrt am letzten Reisetag gab es Ausstiegsstopps an der Royal Albert Hall und am Buckingham Palace. Im Stadtteil Westminster standen zudem mehrere Stunden Zeit zur freien Verfügung, die viele Teilnehmende für individuelle Erkundungen rund um die Westminster Abbey, den Trafalgar Square und das Parlamentsgebäude mit Big Ben nutzten.
Als Fazit bleibt: Diese Pilgerreise – vorbereitet durch Diakon Alexander von Rüden in Zusammenarbeit mit dem christlichen Reiseveranstalter Tobit aus Limburg – verband auf besondere Weise Glauben, Geschichte und internationale Begegnung. Hat die nordhessische Pilgergruppe in den englischen Gemeinden ein großes Glaubenszeugnis durch ihre Verehrung des heiligen Bonifatius hinterlassen (und zudem einige Mitbringsel aus Fritzlar und Fulda), so haben umgekehrt die Höflichkeit, Freundlichkeit und Herzlichkeit der Briten (und am Rande auch ihre Kirchen-Tea-Times und Kathedralcafés) die Deutschen beeindruckt. Alle Teilnehmenden kehrten mit zahlreichen Eindrücken und großer Dankbarkeit zurück in die Pfarrei St. Heimerad.
Text: Alexander von Rüden
Fotos: Alexander von Rüden, Stefan Fuhrmann und Andreas Sandhäger